Rette sich wer kann....
Das heutige Programm im deutschen TV ist ein einziger Krampf. Hangeln sich die Sender mit Richtersendungen, Geständnisweinereien, Talkshows und Hausumbaupfuschereien durch das Tagesgeschäft, kommt es zur besten Sendezeit zum endgültigen Hirnarmageddon. Zur besten Sendezeit kommen Formate, wie 'Gülcans Hochzeit' oder die '10 witzigsten Brechattacken vorm Fernseher' zu uns ins Wohnzimmer. Es kann doch Niemanden in unserem schönen Land der Dichter und Denker geben, der ernsthaft mit dem dargebotenen Programm einverstanden sein kann. Verleihen jetzt auch Zeitarbeitsfirmen ungelernte Arbeiter an die Redaktionsbüros von Sat1? Scheint so! Die einzigen Lichtblicke im deutschen TV sind übertragene Formate aus meist englischsprachigem Raum, wie z.B. Quiz Taxi (Großbritannien, 2005), oder 'Wer wird Millionär?' (Großbritannien, 1998). Offensichtlich ist man nicht mehr in der Lage, eigene interessante Formate zu entwickeln. Vielleicht ist das aber beabsichtigt; vielleicht soll der ahnungslose Zuschauer in den ersten Orientierungsminuten einer Sendung so verwirrt und engelullt werden, dass er den rettenden roten Knopf auf der Fernbedienung nicht mehr vom Pickel unterscheiden kann. Beim darauf Rumdrücken ist er dann ebenfalls nicht mehr in der Lage zu unterscheiden, wo der Schmerz wirklich entsteht... Wenn bei den VOX Nachrichten, oder neudeutsch 'News', gleich nach dem Bericht über aktuelle Tagespolitik ein Programmhinweis auf eine Sendung am Abend erfolgt, frage ich mich, ob der Chefredakteur der Nachrichten in der Schule gelernt hat, was INFORMATION eigentlich bedeutet. Eher anzunehmend ist, dass er aber noch nicht mal weiß, wie sich ein Schulabschluss so anfühlt. Naja immerhin arbeitet er - irgendwie. Seine Freunde 'arbeiten' derweil in der Kanzlei Lenßen oder beim Staatsanwalt Posch und ermitteln sich durch den deutschen Fernsehnachmittag. Das dabei schauspielerische Fähigkeiten erforderlich wären, ist Nebensache. Es geht schliesslich um den spannenden Inhalt. *Würg*. Neulich sagte mir jemand, wenn er von der anstrengenden und hirnschmalzfordernden Arbeit kommt, wäre eine seichte Unterhaltung genau das Richtige für den kleinen Nachmittagsschlaf. Na Gut. Einverstanden. Ich glaube aber, dass es nicht überall so zugeht. Es bleibt eben doch nur der Ausweg auf Politdiskussionen, oder sinnreiche und professionelle Berichterstattungen, wie sie z.B. auf ZDF zu finden sind. Ist die GEZ-Gebühr (Gebühr!Gebühr!Gebühr!) am Ende doch der richtige Weg...ich weiss es nicht. Da der Bürger aber freie Senderwahl hat, wird sich sowieso entsprechend der persönlichen Einstellung eine wiederum entsprechende Zuschauerverteilung ergeben. Also Bildungsbürger aufgepasst: Beim ersten Rumpeln im Gedärm - Umschalten!!!
1 Kommentare:
Mein Reden! Ich schaue kaum noch fern, beim Zappen bekommt man eigentlich sowieso nur noch die Krise, und mein Leben nach dem Fernsehprogramm richten, wenn es doch mal was gutes gibt, das will ich auch nicht!
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